Die Klosterkirche der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Möllenbeck wird 1810 verstaatlicht. Die Kirche dient forthin als Pferdestall und Scheune. Mehrfache Eingaben der Möllenbecker Ehefrauen, deren Männer vom Gottesdienst in Rinteln etwas verspätet oder gar nicht zur Zeit nach Hause kamen, haben schließch Erfolg, den Gottesdienst wieder in der Möllenbecker Kirche feiern zu können. 1836 wird die Kirche wieder eingeweiht, allerdings ohne Orgel. Nach langwierigen Verhandlungen seit 1838 wird der Orgelbauer Christian Wilhelm Möhling dann doch mit dem Orgelbau beauftragt, der von 1842 bis 1844 dauert. Christian Wilhelm Möhng (1800 - 1863) ist der wohl bedeutendste Orgelbauer der Grafschaft Schaumburg. Zuerst 10 Jahre in Deventer (Niederlande) tätig kommt es nach seiner Rückkehr nach Rinteln zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem damals sehr verehrten Rintelner Organisten und Komponisten Adam Valentin Volckmar (1770-1851), der auch die erste Disposition der Möllenbecker Orgel entwirft. Das Gehäuse ist weitgehend im ursprünglichen Bestand, wie es 1844 fertiggestellt war, erhalten. Dazu gehören auch die Seitenteile und das hintere Gerüstwerk. Das Gehäuse in Möllenbeck ist das größte historische Orgelgehäuse unserer Landeskirche und gleichzeitig auch der gesamten Region an der Oberweser.

1909 wird die Möhling-Orgel durch die Firma Klassmeyer dem Zeitgeist entsprechend elektropneumatisch modernisiert und umgestaltet. In den nachfolgenden Jahrzehnten stellen sich zunehmend Probleme dar, die die Orgel schließlich unbespielbar machen. Seit 1992 gab es Bestrebungen, die Orgel zu restaurieren, wobei die Kostenfrage eine der größten Problempunkte darstellte. In den folgenden Jahren werden viele Angebote eingeholt, die dann letztendlich 2010 zur Vergabe des Auftrags an die Orgelbaufirma Ahrend aus Leer führte. Ohne die finanzielle Hilfe der Evangelisch-reformierten Landeskirche und des Leader-Programms der Europäischen Union wäre die Restaurierung nicht zu bewerkstelligen gewesen. Dafür gilt allen Beteiligten großer Dank.

Erweiterung der Orgel

Von 2010 bis 2014 ist die Möhlingorgel von 1840 in der großen Kirche für viel Geld restauriert worden. Der mit der Restaurierung beauftragte Orgelbauer Ahrend aus Leer hatte damals drei Registerplätze für eine spätere Erweiterung vorbereitet, da sie aus seiner Sicht wünschenswert seien aber derzeit nicht finanzierbar waren.

Es handelt sich um ein Trompetenregister, eine Mixtur und ein Geigenprinzipal.
Sowohl unser Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke als auch der ehemalige lutherische Kirchenkreiskantor Wolfgang Westphal haben diese Überlegungen heftig unterstützt, damit die Orgelrestaurierung von 2014 einen wertvollen Abschluss erhält.

Das Projekt wurde im September 2017 abgeschlossen. Die Kosten von ca. 67.000 € trugen zur Hälfte das Leader-Programm der EU, die restlichen Kosten wurden je zur Hälfte von der reformierten Landeskirche und der Kirchengemeinde Möllenbeck aufgebracht.